Countdown

Montag, 28. Februar 2011

Que los cumplas feliz…

Der vierte Februar: ein großer Tag für mich und die gesamte Stadt:D Mein Geburtstag, der erste ohne meine deutschen Familienmitglieder und Freunde, der erste Geburtstag von San Martín de los Andes, an dem ich die Stadt mit meiner Anwesenheit beehre:-P
Es ging quasi den ganzen Tag durch! Am Donnerstag war Rotary- Versammlung, die aber schon kurz vor Mitternacht zu Ende war. Pablo hat mich und Sophie noch nach Hause gefahren und zusammen haben wir bis 0:00Uhr vor dem Haus gewartet. Ich habe mit meinem lieben Clubpräsidenten und der tollsten Französin, die ich kenne, in einem Auto in meinen 17. Geburtstag reingefeiert. Eigentlich nur eine ganz kleine Sache, aber sie hat mich trotzdem mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen lassen.
Direkt am nächsten Morgen kam Sophie schon um 8 Uhr zu mir (noch nicht mal an seinem Geburtstag kann man ausschlafen-.-), damit sie nicht mit ihrer Familie nach Pucara fahren musste. Extra für mich ist sie hiergeblieben und erst am nächsten Tag mit dem Bus hinterher gefahren. Sie hat mir einen ganz süßen Brief geschrieben- erst mein zweiter auf Spanisch. Sie meinte, dass wäre nur was ganz kleines, aber ihre Worte haben mich sehr gefreut.
Ein wenig später kam dann auch meine Familie aus den Federn getroffen und alle, wirklich alle, hatten gute Laune und mit einem selbstgemachten „Bananen-Brûlèe“ starteten wir in den Tag. Da ich, wie jeder, nie etwas zum Anziehen habe, konnte ich an diesem Tag gleich die neue Jeans anziehen, die ich von meiner Mutter bekommen habe. Eine Hose, die ich vorher nicht  anprobiert habe und trotzdem passt! :D
Da an diesem Tag, wie schon erwähnt, auch der Geburtstag der Stadt war, sind wir runter ins Zentrum gefahren um zu sehen, was los ist. Eigentlich sollte es eine große Feier geben, mit Brunch, Musik und Tanz, Leuten auf den Straßen, Märschen durch die Stadt, aber stattdessen wurde die große Veranstaltung als perfekte Gelegenheit für einen Streik genutzt. Auf den Straßen wurde Gummi verbrannt, sodass die Autos nicht vorbeikamen oder wenigstens langsam drum herumkurven mussten und so wurde das ganze schließlich abgeblasen und nur in kleinem Rahmen „hinter verschlossener Tür“ gefeiert. Alles, was zum Beispiel die Schulen einstudiert hatten und vorführen wollten, hatte sich damit erledigt…
Da es nichts zu sehen gab, aber meine Mutter trotzdem zu dem Brunch gegangen ist, hat Sophie mich in ein Cafe eingeladen, wo wir einen Tee getrunken und leckere Alfajores gegessen haben. Der Brunch hat am Ende nicht so lange gedauert, wie wie gedacht haben und so ist meine Mutter schon ohne uns nach Hause gefahren und wir mussten uns in der Mittagshitze und in Jeans den ganzen staubigen Berg hochschleppen.
Oben angekommen haben wir es uns auf unserem Balkon gemütlich gemacht, ich habe noch mit meinen Lieben aus Deutschland telefoniert (Sina, Nele, danke für euer Lied und auch an dich Ari- für die spanische Version aus Argentinien) und auf die Gäste gewartet. Es war nur ganz  klein: mit Sophie, meinen beiden Omas und einem Opa, Karina, Lissy und Juli. Meine Mutter hat Torten gekauft (leider nicht selbstgebacken) und Karina hat mir einen selbstgemachten russischen Zupfkuchen mit Kerze drauf mitgebracht. Als es ums auspusten ging, war Juli allerdings schneller als ich und die Kerze musste noch einmal angezündet werden:D
Als wir fast fertig waren, kamen noch Überraschungsgäste: Pablo mit Silvia, ihrer Tochter und Enkelsohn, der auch Juli hieß. Zwei kleine blonde Jungs in Argentinien, die beide Juli heißen und deutsch sprechen:D
Von Pablos Geburtstagsgeschenk, Schokolade von Mamusia, habe ich nicht so viel mitbekommen, weil Steffi ja kurze Zeit später aus Deutschland angereist ist und alles für sich beschlagnahmt hat. War wahrscheinlich auch besser so…
Das war der Nachmittag, aber auch der Abend blieb natürlich nicht ereignislos. Um Elf bin ich mit Lia zu Freunden gegangen, wo wir Musik gehört, getanzt und ganz viele verrückte Fotos gemacht haben. Gegen drei Uhr ging es dann noch in die Bar, aber ich war so fertig, dass ich nur eine Stunde dablieb, mich gegen halb fünf in meine Federn gekuschelt habe und zufrieden einschlief.

Sonntag, 27. Februar 2011

Wundervolle Rural ♥

Ein typischer Stand
Ein Hahn, der kräht, der Geruch von frischem Pferdemist liegt in der Luft, man hört Musik und sieht lauter Männer und Frauen in weiten Gauchohosen und Ponchos. Wo wir sind? Auf der argentinischen Rural- einer Campoausstellung, einer Landwirtschaftsmesse, wie auch immer man es bezeichnen mag:D
Ich bin extra schon früh an einem Samstagmorgen aufgestanden um mit Karina und den Kids nach Junin de los Andes zu fahren, obwohl ich locker noch zwei Stunden länger hätte schlafen können, aber man weiß ja nicht was „ein bisschen später“ bedeutet. So habe ich immerhin noch ein leckeres Frühstück bei ihnen bekommen=)
Als wir auf der Rural ankamen wurden wir von so frischem grünen Gras, wie ich es lange nicht mehr gesehen hatte, und großen Traktoren empfangen. Einmal
Ati- das perfekte Fotomodel =)
am Lago Lolog :)
„zwischenhergeschlängelt“ kamen wir an einem der besten Stände an, die es gab- dem Schmiedestand von Andrés! Man kann so unglaublich schöne, aber auch praktische Dinge aus Metall fertigen. Messer, Grill, Kerzenständer, Serviettenringe und was sonst noch so dazu gehört.
Danach ging es erst mal zu den Tieren: Pferde, Bullen, Schweine, Hühner (ein ganz stolzer Hahn!), aber auch Guanacos und Lamas. Die Ställe waren alle offen, sodass man sich umsehen konnte und auch hinterher beobachten konnte, wie die Tiere für die Vorführungen fertiggemacht wurden.
Zudem gaben die Musik, der Geruch von Gegrilltem und die ganzen Leute in  Gauchokleidung dem Ganzen ein ganz besonderes Feeling und ich fühlte mich wie in einem Film- in einer anderen Zeit in einer anderen Welt!
Ich wäre gerne den ganzen Tag geblieben, hätte so gerne mit Karina, Andrés und Ati gegrillt und das alles noch länger genossen, aber Juli und Lissy hatten keine Lust mehr und so sind wir mittags wieder weg. Allerdings sind wir noch nicht nach Hause gefahren,
...und einmal im Galopp
sondern noch an den Lago Lolog, an dem wir es uns auf kleinen Felsen, die aus dem Wasser ragten, gemütlich gemacht haben. Wir haben die Sonne genossen und unsere Füße ins Wasser gehalten und kamen so auch erst wieder gegen Abend nach Hause.
Andrés in seiner "mobilen Schmiede"
Es war so ein schöner Tag und als ich meiner Schwester Lia erzählt habe, dass ich gerne nochmal gehen würde meinte sie nur „Okay, dann fahren wir morgen zusammen hin!“
Außer uns beiden kamen dann auch noch meine Mama und mein Bruder mit und wir sind gemeinsam über sie Ausstellung geschlendert. Da es der letzte Tag war und wir außerdem auch noch später da waren, konnten wir
ohne Worte

die ganzen Tier- und Treckervorführungen. Die Gefährte wurden über den Platz gelenkt, die Pferde präsentiert und die Lamas vorgeführt. An den beiden Tagen habe ich echt alles mitbekommen, was es zu sehen und erleben gab.  Es war einfach nur toll!!!

Sonntag, 13. Februar 2011

Chau Lu


Meine ersten Tage, nachdem ich wieder aus der Pampa in meinem Städtchen war, waren gleichzeitig die letzten mit meiner Schwester Lu, bevor diese auf und davon nach Holland abgehauen ist.
Erst hatten wir immer noch so lange Zeit zusammen und dann ging auf einmal alles ganz schnell. Auf einmal hatte ich nur noch zwei Tage mit ihr. Aber immerhin wurde ihr Abschied gebührend gefeiert. Am Sonntag kam ich abends um neun Uhr an und um  Zehn ging es schon wieder weiter. Ich war total geschafft von der Fahrt, aber die letzten beiden Nächte mit ihr wollte ich um nichts in der Welt versäumen.
Die argentinischen Feiern sind auf der einen Seite so vorhersehbar, aber gleichzeitig auch total unberechenbar- mit ganz viel Bewegung:D Wie meistens ging es wieder zuerst zu einer Freundin. Die war aber noch nicht einmal geduscht und solange sich die Mädels noch fertig gemacht und sich noch mindestens drei Mal umgezogen haben, war ich unten und habe mich mit der Mutter unterhalten. Dabei habe ich erfahren, dass die Deutschen keine Kochkultur hätten (aber die Argentinier:D) und dass die deutsche Sprache hart klingt. Kein Wunder, wenn man meinen Namen „Marcha“ ausspricht!:-P Aber es war echt cool, sich ein bisschen gegenseitig zu necken, zu diskutieren und die Länder mit ihren Sitten zu vergleichen. Nach fünf Monaten war es eigentlich das erste richtige Mal. Klar hat man zwischendurch darüber geredet, was in Deutschland anders ist und so, aber noch nicht so ausführlich. Sie hat mich außerdem dazu eingeladen, die typischen argentinischen Gerichte zu lernen=) Mal sehen, ob da auch was raus wird.
Zwei Stunden später waren dann auch mal alle fertig und es konnte losgehen. Dann noch eine knappe Stunde laufen du als wir ankamen…war noch niemand da:D Die trudelten erst alle so gegen zwei ein. Das war aber nur die kleine „Vorfeier“ sozusagen und ging deswegen nur bis um vier. Die große Party sollte erst am nächsten Tag steigen.
Vorher habe ich Lu noch bei den letzten Vorbereitungen geholfen und angefangen mit ihr den Koffer zu packen. Der letzte richtige Tag mit ihrer Familie, das letzte Abendbrot und alles, was es gab, war ein gekaufter Pizzaboden mit Käse belegt:D Bis Mitternacht saßen wir zusammen vor dem Fernseher und dann ging es los. Es ging so wie beim letzten Tag los, aber um vier sind vier noch in die Bar gegangen- TANZEN! :D Im Hellen ging es irgendwann nach Hause. Drei Stunden schlafen und wieder aufstehen.
Lu war schon eifrig dabei ihren Koffer fertig zu packe und murmelte immer nur vor sich hin „Que más?“:D Ich musst e meine kleinen Abschiedsgeschenke noch fertigmachen. Nach fast zwei Stunden und der Hilfe von Köpfchen, Wörterbuch und Google-Übersetzer hatte ich einen ganz tollen Brief fertig, über den sie sich hoffentlich gefreut hat- wenn sie ich denn verstanden hat:D
Unser letztes Bild :D
Ihr Bus nach Buenos Aires ging um fünf Uhr nach Buenos Aires, um halb kamen noch die ganzen Verwandten um sich zu verabschieden und alle hatten Zeit.. Eine viertel Stunde vor Busabfahrt sind wir da auch endlich mal losgefahren, mussten aber nochmal umdrehen, weil sie den Schlüssel für die Wohnung in Buenos Aires vergessen haben. Nochmal zurück, Schlüssel suchen, Schlüssel nicht da, ins Auto, wieder aussteigen und die Haustür schließen:-P Danach musste noch die Oma abgeladen werden, aber um fünf Uhr waren wir pünktlich am Bus. In diese Zeitplanung waren allerdings ihre Freunde nicht mit einberechnet, die Lu schon erwarteten. Es wurden Geschenke überreicht, Tränen vergossen, sich gedrückt du geknuddelt. Mittlerweile schon eine viertel Stunde Verzögerung, wurden die Busvorsteher langsam ein wenig ungeduldig, aber Lu konnte sich einfach nicht losreißen. Aber dann saß sie im Bus und meine Tränen liefen. Als ich selbst geflogen bin- nichts! Aber an diesem Tag. Sie hat mich aus dem Bus angesehen und nur eins gesagt „Te quiero!“ Dann ist sie gefahren…

Freitag, 28. Januar 2011

Heiß und hässlich...


Sonnenuntergang =)

…das waren die Worte meiner Gastmutter, als ich ihr sagte, dass ich gerne meine Freundin Ari in ihrer Stadt Villa Regina besuchen wollte. Aber als ich ihr gesagt habe, dass mir das egal ist, weil ich die Zeit ja mit meiner Freundin verbringen kann, konnte sich nichts mehr sagen:D
SPONGEBOB in Neuquen :D
Und dann ging es nach langem Warten auch endlich los. Zwei Wochen! Mittags ging ich zur Busstation, acht Stunden später sollte ich in Villa Regina ankommen. Aber nachdem ich grade mal eine halbe Stunde gefahren war, hielt der Bus aus irgendeinem Grund über eine
Die drei Katzenbabys
Stunde und später nochmal, weil sie die Straßen gesperrt haben. So kam ich erst gegen Mitternacht an. Ich bin froh, dass ich die überhaupt
die richtige Station erwischt habe, sonst wäre ich noch nach Buenos Aires weitergefahren:D Aber zum Glück gab es nette Argentinier, die mir an den letzten Stationen immer gesagt haben, wo wir gerade sind, sodass ich schon von meiner 2- Wochen- Gastfamilie erwartet wurde. Alle sind gekommen um mich abzuholen: Ari mit Mutter Edith, Schwester Farah, Bruder Alan und Cousine. Der Einzige, der fehlte, war Papa Esteban und das auch nur, weil er doch das
Birnenklau
 Asado vorbereiten musste, das es mir zu ehren gab. Das „weltbeste Asado“ gab es extra zu meiner Begrüßung=) Danach gab es noch eine Wasserschlacht und da wir eh schon nass waren, konnten wir auch noch in den Swimmingpool hüpfen. Mitten in der Nacht in dem erfrischenden Wasser in diesem wunderschönen Garten neben einer Palme. Der perfekte Anfang!
Planschen mit Alan
Das Zimmer von Ari ist ein Traum von rosa, in dem sie schon für mich
Platz geschaffen hat. Eine
Kleiderschrankhälfte, eine Schuhschrankhälfte und ein Teil des Badezimmers. So toll! =)
Die nächsten beiden Wochen waren einfach wundervoll und ich habe ein Villa Regina kennengelernt, das ganz und gar nicht hässlich ist. Im Gegenteil, es ist einfach super schön und für mich ist es so, wie ich mir Argentinien immer vorgestellt habe. Ganz anders als hier bei mir. San Martin ist einer der schönsten Orte, die ich kenne, aber es ist zu europäisch, so wie die Schweiz- nur dass die Natur überwältigender ist. Villa Regina dagegen ist meine perfekte Vorstellung von Argentinien: ein bisschen trockener, weniger grün, ein bisschen staubig und „heruntergekommen“ bzw. reichere und ärmere Häuser nebeneinander. Und dazu noch die „bardas“, die man am besten mit einem Mix aus riesigen Felswänden, Höhlen und Dünen beschreiben kann. Das ist für mich das Beste an ganz Villa. Ganz oben gibt es eine Statue
Tinka und Sapo :D
Meine liebste Ari♥
des „indio Comohue“ und eine kleine Kapelle, deren Kreuz
nachts erleuchtet ist. Wenn man da oben steht, kann man die ganze Stadt und die umliegenden „chacras“ sehen und alles andere um sich herum vergessen.
Die „chacras“ sind große Apfel- und Birnenplantagen und das einzige grün in der Gegend. Fast jede Familie in Villa Regina hat Plantagen, eine Firma für die Weiterverarbeitung von den Früchten oder ein Campo. So wie auch die Gastfamilie von Ari. Der Vater hat eine Farm und ist deswegen auch nur die halbe Woche Zuhause und Edith hat mir ihre Birnenplantagen und ihre Firma gezeigt, in der die Holzkisten für die Früchte hergestellt
Indio Comahue
werden. Außerdem hat sie mich in einen Betrieb mitgenommen, in dem die Früchte gesäubert, sortiert und verpackt werden. Man hat gemerkt, dass sie sehr stolz auf diese Sachen ist und ich bin ihr dankbar, dass sie mir das alles gezeigt hat.
Obstverarbeitungsfabrik CELESTINO
Mit Ari war ich am Fluss mit dem weißen Sandstrand, bei ihrer zweiten Gastfamilie, in Neuquen, wo wir Pizza im Hörnchen gegessen haben und haben ein bisschen die Stadt unsicher gemacht. Aber am schönsten waren
einfach nur die ruhigen Stunden wo wir einfach nur irgendwo saßen und reden, reden und noch mehr reden konnten. Und der einzige, der uns dabei gestört hat, war Alan. Wie ein Fünfjähriger so…ich weiß auch nicht…sein kann. „du darfst nicht rausgehen“, „du kannst das nicht so kochen“, „du musst das machen“ und „du bist dumm, die anderen wissen das!“, aber er konnte auch mal süß sein:D
Dann waren die zwei Wochen schon wieder rum und es gab es auch noch ein Abschiedsasado für mich. Echt süß=) Am nächsten Morgen haben mich Ari, Edith und Esteban zum Bus gebracht, der ein bisschen
Ein kleiner Teil meines Abschiedsasado :-)
Verspätung hatte, weil die Arbeiter von den „chacras“ die Straßen
gesperrt haben und immer noch mehr Lohn fordern. Das hat den ganzen
Die ganze Familie
Zeitplan der Busse und Autofahrer durcheinander gebracht und so hatte ich auch auf dem Rückweg wieder drei Stunden Verspätung. Außerdem war meine Familie nicht da und ich musste noch auf das Taxi warten, aber dann war ich wieder Zuhause…

Sonntag, 9. Januar 2011

Sommerliche Feiertage


Der Weihnachtsbaum mit Geschenken

Jetzt, nachdem das ganze eigentlich schon wieder vorbei ist und wir schon mitten ins neue Jahr gestartet sind, bekommt ihr von mir noch zu lesen, wie ich Weihnachten und Silvester hier in Argentinien erlebt habe.
Eigentlich hatte ich mir das argentinische Weihnachten dem Deutschen sehr ähnlich vorgestellt- nur halt mit Sonne:D Ich dachte mir, dass dieser Tag auch hier etwas ganz Besonderes ist, an dem man mit der Familie zusammen ist, etwas Gutes gekocht wird und feierliche Stimmung unter dem Weihnachtsbaum ist. Außerdem gehören für mich Stress und der Kirchgang, auch wenn ich mich oft in Deutschland dagegen gewehrt habe, zu Heiligabend dazu. Da wurde ich hier aber enttäuscht. Ich musste noch nicht einmal Zuhause sein- tagsüber- und etwas helfen, stattdessen bin ich mit Karina, Andrés, Juli, Alicia und Momu nach Meli Quina gefahren. Der halbe Haushalt wurde natürlich samt Hund auf die Ladefläche gepackt und dann ging es auch schon fast los. Nur dass diesmal noch jemand hinten mitfahren musste- ich! :D Vorne war schon voll, also habe ich es mir eine knappe Stunde mit Schäferhund Soque hinten bequem gemacht und mir den
Natur =)
Wind um die Nase wehen lassen. Dort angekommen haben wir lecker Choripan (Asadowürste mit Brot) und Hühnerfleisch auf den Grill gelegt und das Ganze noch mit frischen Pilzen und Salaten verfeinert=) Ich liebe das Essen von ihnen! :D Danach sind wir noch ein Stückchen an dem schönen Fluss spazieren gegangen (warum ist das Wasser in Argentiniens Bächen, Flüssen und Seen so klar und sauber?!) und haben uns dann gegen 18Uhr auf den Rückweg gemacht. Diesmal ein einer Jacke eingemummelt, weil es mittlerweile ein bisschen feucht von oben wurde, habe ich mich wieder zusammengerollt und bin ein bisschen eingenickt. Und dann waren wir auch schon da. Eine Stunde später als ich es meinen Eltern gesagt habe, also pünktlich in Argentinien:D
Mein persönlicher Sternenhimmel :-)
Um neun Uhr ging es dann los zu den Großeltern, wo wir mit Tante, Onkel und der jeweiligen Familie gegessen haben. Ich hatte mich schon total auf ein zweites Asado eingestellt (es gibt doch sonst zu der noch so kleinen Festlichkeit ein Asado) und wurde dann richtig enttäuscht. Es gab ein paar Salate und ein bisschen „kalten Braten“, wenn man es denn so nennen kann und Obstsalat zum Nachtisch. Das war es auch schon. Da wurde keine große Kocherei veranstaltet, wo hinterher ein leckerer Braten rauskommt=( Das Vorweihnachtsessen mit den anderen Großeltern bestand aus Pizza und Empanadas, aber war eine gute
Tischdecke wert:D Natürlich wird auch nicht mit Komplimenten für das gute Essen gespart. Zurück zu Heiligabend: Bis 23:50 Uhr war es einfach nur eine gesellige Runde, in der geredet und gelacht wurde und Punkt 23:50 Uhr ging dann die Aufregung los- Bescherung! Die Geschenke wurden ruck zuck verteilt und ausgepackt. Dabei gab es ein ganz einfaches System. Jede „Familie“ (also Großeltern, wir, Tante und Onkel) schenkt jedem genau eine Sache, so hatte
Schwesterherz ♥
jeder am Ende vier Geschenke. Die Geschenke waren Hauptsächlich Kleidung und Kosmetikartikel- also nicht größeres, das gibt es nur zum Geburtstag. Ich habe auch etwas bekommen: ein Top (natürlich mit Blumen, denn ohne die geht hier gar nichts), eine Kette, einen Schal und ein Päckchen mit Seife, Creme und Parfüm (alles drei riecht schrecklichxD)- alles auf einander abgestimmt:D Auch ich habe meiner Mama ein Oberteil geschenkt (bei dem ich mich von meiner Schwester habe beraten lassen). Meine Schwestern haben beide jeweils eine Creme bzw. ein Duschgel und Lebkuchen bekommen. Alle schienen ganz zufrieden zu sein,
aber am meisten haben sich die Männer gefreut. Mein kleiner Bruder hat ein Taschenmesser von HARIBO bekommen, ohne das er nicht mehr aus dem Haus geht, und auch mein Papa hat ein Campingmesser mit Messer und Gabel und so bekommen. Jedes Jahr bekommt er Hemden und dieses Jahr hatte er endlich mal etwas Richtiges für seinen Geschmack:D Zehn Minuten später war das Ganze schon wieder vorbei- pünktlich zum Feuerwerk. Das war das Beste für meinen Bruder und meine Cousine, die mich später auf ein Felsplateau geführt hat, von dem man die ganze Stadt und das schöne Feuerwerk überblicken konnte=) Meine jüngere Schwester (also trotzdem noch älter) ist danach noch zu ihren Freunden gegangen, aber ich war so müde, dass ich mit meiner älteren Schwester Lia nach Hause gefahren bin, wo wir es uns noch ein bisschen gemütlich gemacht haben.
Juli ♥ 
Am ersten und auch einzigen Feiertag wurde das erwartete Asado nachgeholt. Wieder mit allen Familienteilen wurde die Kuh verspeist. Danach ging es bis zum nächsten Tag in unser Haus nach Quila Quina, wo wir die meiste Zeit am Strand verbrachten. In den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester  verbrachte ich viel Zeit bei Karina und weil ich zwei Tage später nicht schon wieder in Quila schlafen wollte, wo es außer dem See
(bei schönem Wetter) rein gar nichts gibt, habe ich mich bei Karina zum Schlafen eingeladen. Dort habe ich es mir im Kinderzimmer gemütlich gemacht und wisst ihr, was ich da hatte? Einen unglaublichen Sternenhimmel! So schön=) Ich muss unbedingt nochmal dort schlafen:D Am nächsten Tag wurde ich aber dann trotzdem von meiner Mutter nach Quila Quina geholt, was aber dank Lia nicht so schlimm war=)
Brüderchen und Cousin in Aktion :D
Über Neujahr ging es, wir ihr ja wisst, mit meiner Familie nach Chachin zum Campen. Dort war es noch ruhiger als Weihnachten in San Martin. Zum Abendessen gab es selbstgemachte Empanadas- mhhhh, lecker=) Es war außerdem so heiß, 35°C- also tagsüber:D Mitternacht gab es kein Feuerwerk, nur ein paar verwirrte Raketen, stattdessen bin ich ins Wasser gehüpft. Alle meinten, ich wäre verrückt, aber es war eine schöne Erfrischung, so mitten in der Nacht und das kann ich schließlich nicht in Deutschland machen ohne eine Kälteschock zu bekommen:D
Am Morgen bin ich mit meinen Großeltern und meiner Mama ins 5km entfernte Pucara gelaufen. 10 Kilometer in dieser Hitze und ich war froh, dass es viel durch den Wald ging, aber hinterher war ich trotzdem
Mein Silvesterakt :D
 halbtot xD…und dann ging das Gewitter los. Blitze, Donner und Regengüsse, bei denen wir uns nur in unser Zelt verkriechen und unsere Zelte später ganz abbrechen konnten. So hielt sich das Wetter auch die nächsten zwei Tage.
Bei dem Wetter hat mich Pablo dafür in ein schönes Cafe eingeladen und später haben wir uns mit seinem Sohn und seiner schwangeren Schwiegertochter André Rieu angesehen (soll gut für’s Baby sein:D). Am Anfang war ich zwar interessiert, aber noch nicht richtig von dieser Art Musik überzeugt, aber es war schon toll. Das große Konzert in „Schloss Schönbrunn“ in Australien. WOW! Nur zwei Stunden waren ein wenig zu lang:D So ging auch ein verregneter Sonntag vorüber.
Meine letzte Woche war ganz ruhig. Am Montag habe ich mit Lia für meine Familie samt Großeltern gekocht. Ich habe noch nie so gut hier in Argentinien gegessen. Ich habe Reibeplätzchen gemacht und sie Tacos  mit ganz vielen leckeren Füllungen. Hühnchen, Gemüse, Karottencreme, Fisch- einfach alles! So verdammt lecker! Und der Nachtisch erst:D Er war zwar nicht selbstgemacht, aber trotzdem richtig gut. Ein Eistorte mit
Meine Reibeplätzcen mit Apfelkompott :-)
Schokoteig und Vanille-/ Dulce-de-Leche-Eis-Füllung:D Nach diesem Abend war ich so glücklich, Ich hatte eine schöne Zeit beim Kochen mit meiner Schwester und war hinterher schön vollgegessen:D
Für den nächsten Abend war ich mit Mati verabredet. Eigentlich wollten wir gemeinsam bei mir kochen, aber er hatte ein Familienessen. So haben wir uns einfach nur in der Stadt getroffen. 19Uhr hat er gesagt. Also bin ich um 5 nach von Karina los, damit ich auch ja nicht pünktlich da bin:D Auf dem Weg zum Treffpunkt habe ich mir dann aber schon gesagt, dass er bestimmt schon da ist und ich doch früher hätte losgehen sollen. Pustekuchen! Natürlich war er um viertel nach noch
Nachtisch =)
nicht da:D Immerhin trudelte einige Minuten später eine Nachricht ein, dass er sich verspätet und ich warten soll. So ist das hier halt mit der Pünktlichkeit:D Die nächsten zwei Stunden waren aber sehr schön. Wir sind spazieren gegangen, waren am See und haben ganz viel geredet.
Die letzten Tage waren auch nicht schlecht- STURMFREI! :D Meine Eltern haben sich auf’s Motorrad geschwungen und sind für drei Tage nach Chile verschwunden. Sehr erholsam:D Ich habe einen leckeren Makkaroni-Auflauf gemacht und die sonnigen Tage genossen. Ich war mit meinen Geschwistern am Strand und einen Abend mit Karina auf der Eröffnung eine Kunstausstellung, wo auch die schönen Schmiedestücke von Andrés ausgestellt waren. Die Schönheit der Sachen, die aus Glas, Holz und Eisen gemacht waren, kann man gar nicht beschreiben, deswegen versuche ich es erst gar nicht:-P
Gestern war etwas Besonderes. Es ist lange her seit ich mal einen ganzen Tag Zuhause war, nicht im Zentrum oder bei Karina, sondern einfach nur Zuhause. Geschlafen und gelesen. Dabei musste ich ein Buch schon zum dritten Mal lesen, weil das schöne Buch, das mir meine liebe Tante geschickt hat, leider schon an einem Tag durch war:D Und dann kamen  die Eltern nach Hause und vorbei war e mit der Entspannung:D
Bei der Ausstellung
Heute waren wir in Meli Quina, wo meine Oma ein Haus (bzw. einen Rohbau) und ein Grundstück hat. Wie immer gab es Asado und ganz viel Nachtisch. Am Strand ließen wir uns die Sonne auf den Rücken scheinen und als wir heute Abend wieder Zuhause waren hieß es: Koffer packen!
Jaaa, morgen geht es zu meinem lieben Toastbrot Ari nach Villa Regina!!! Das wird so toll, ich freu mich so=) Zwei Wochen Ari! :D


Donnerstag, 30. Dezember 2010

Próspero año nuevo ♥

Eigentlich hatte ich noch vor, Mails zu schreiben oder mit einigen zu skypen, aber jetzt läuft mir die Zeit davon. Zum Schreiben bin ich jetzt viel zu müde und deswegen reicht es auch nur für einen ganz kleinen Blogeintrag.
Morgen gehe ich mit meiner ganzen Familie campen und wir verbringen Silvester irgendwo im Nirgendwo- ganz allein:D Mitten im Nichts werden wir die heißen Tage zwischen den Jahren genießen.
Euch in Deutschland und auch in Argentinien, Canada, Australien, Japan, Brasilien und San Francisco wünsche ich eine ganz schöne Silvesterfeier, wie auch immer sie ausfallen mag, und eine tolles Jahr 2011!
Nächstes Jahr werde ich dann genauer von meinem Weihnachten und Silvester hier im fernen Argentinien berichten...

Montag, 27. Dezember 2010

Wenn die Zeit ihre Bedeutung verliert...


ALLE ♥

Sechs Mädchen, sechs Jungen, drei Zelte, das Wasser und sonst nichts- rein gar nichts. Dienstag bin ich mit meiner Schwester und ihren Freunden nach Nonthue zum Campen gefahren. Der Plan war: Mit drei Autos fahren wir mittags los und bleiben bis Donnerstag. Die Verpflegung: Jeder kauft für 20 Peso, was er möchte und alles wird geteilt. Ganz schön gut, oder?! :D
Wir haben uns erst bei Santi Zuhause getroffen, von wo aus es dann losgehen sollte. Allerdings kamen alle ungefähr eine Stunde zu spät und dann standen auch nur noch zwei Autos zur Verfügung. Ich konnte aber direkt im ersten Auto mitfahren- mittlerweile zwei Stunden später als geplant. Das Auto war vollgestopft mit großen Rucksäcken und Essen, doch zum Glück dauerte die Fahrt weniger  als eine Stunde. Und dann waren wir an einem wunderschönen Ort angekommen.
Der Zeltaufbau: Wo muss was hin?! :D
Sommer, Sonne, Sonnenschein :-)
Abseits von dem örtlichen Campingplatz haben wir uns in der Natur niedergelassen, direkt am See. Die anderen waren noch nicht da und so haben wir schonmal die Feuerstelle, ein Zelt vorbereitet und die Stille genossen. Nach einer Weile war es dann aber mit der Ruhe vorbei, denn auch die anderen haben irgendwann einen Weg gefunden, um nach Nonthue zu kommen. Es war eine lustige und gut gelaunte Truppe, die ganz viel Krach gemacht hat und der man die Freude angemerkt hat. Nachdem die Zelte alle aufgebaut waren, sind wir glücklich zum Strand gelaufen und in das kalte Wasser gelaufen. Danach haben wir uns in die Sonne gelegt, Mate getrunken, Kekse gegessen und das Leben genossen- bis es die Sonne hinter dem Berg versank. Man konnte genau sehen, wie die die letzten Sonnenstrahlen verschwinden
und wie es mit einem Mal kalt wird. Um uns aufzuwärmen haben die Jungs ein schönes Feuer angezündet und wir haben es uns gemütlich gemacht: Es wurde immer dunkler, Gon hat Gitarre gespielt und alle haben gesungen- sehr harmonisch. Gekocht wurde auch über dem Feuer. Leckere Spagetti mit Tomatensoße und es war das erste Mal, dass ein Argentinier Spagetti al dente kennt. Dank Manu war es richtig lecker und gespült wurde nachher am See. Wir sind dann zum Strand, haben da noch ein Feuer angezündet und Spiele gespielt. Jeder musste sagen
Santi am Feuer =)
„Ich schenke dir ein Auto“ zum Beispiel und dann haben alle gefragt. „Ein was?“ und das ging alles einmal rum. Nach einer Runde wurde dann „ein Auto“ gesagt und dann war der nächste dran. Es funktioniert ungefähr so wie „ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ nur dass man zwischendurch immer „un que?“ fragt:D Um drei Uhr nachts haben ein paar Leute beschlossen, dass wir auch am Strand schlafen könnten und wir haben unsere Schlafsäcke geholt. Während meine Schwester sich mit Manu und die meisten Mädels sich ins Zelt verkrochen haben, habe ich mit Blue, Viole, Andi, Gon und Soria den romantischen Sternenhimmel genossen. Es war so so wunderschön und mit einem „un que?“ bin ich schließlich in meine Träume gesunken. Aber nachdem das Feuer aus war, war es richtig kalt, sodass wir letztendlich nur zwei Stunden geschlafen haben.
Juli :-)
Am Morgen gab es dann für alle einen heißen Kakao, bevor wir zu einem wunderschönen Felsenstrand sind. Es war wie eine kleine Bucht, in der das Wasser kristallklar und richtig tief war- und kalt. Aber das Wasser war so schön, dass ich nicht auf’ s schwimmen
verzichten wollte. Als man einmal drin war, war es auch auszuhalten und ich bin eine halbe Stunde durch den
See gepaddelt, auch wenn ich danach nicht mehr viel gefühlt habe:D
Das schöne, ruhige, klare Wasser 
Gon mit seiner Gitarre bei Sonnenuntergang ♥
Zum Mittagessen mussten wir zurück zu unserem Campingplatz, weil die anderen aus dem Zelt noch geschlafen haben, als wir morgens los sind. Der Nachmittag und der Abend waren aber genau wie der erste Tag. Die ganze Zeit haben wir am Strand verbracht, sind geschwommen, haben uns gesonnt und geschlafen. Ein Ort, an dem die Zeit ihre Bedeutung verliert. Dabei habe ich gemerkt, dass selbst Nichts machen anstrengend ist und ich war froh, als ich mich nach zwei schönen, entspannten Tagen ins Zelt verkriechen konnte. Alle schliefen in dieser Nacht in den Zelten, zu sechst in einem Zelt. Etwas eng, aber auch viel wärmer, sodass wir am nächsten Tag alle bis zwölf Uhr schlafen konnten. Ich war froh, dass das Wetter am nächsten Tag schlechter war, weil die zwei Nächte für mich gereicht haben, ich duschen und schlafen wollte. Allerdings war die Rückfahrt selbstverständlich nicht organisiert und Signal gab es auch nicht. Ich bin mit Timi
Der letzte Tag klingt aus...
und Manu noch bis zu dem eigentlichen Campingplatz gelaufen, weil alle meinten, dass es dort Signal gibt- gab es aber nicht. Meine Schwester und ich konnten mit Urlaubern aus Frankreich nach Hause fahren und waren schließlich um sechs Uhr abends in San Martin. Ich weiß nicht, wie lange die Jungs noch warten mussten, aber für mich ging es dann endlich in die Dusche und danach ins Bett. Für den nächsten Tag musste ich schließlich ausgeschlafen sein: Weihnachten!!!

Montag, 20. Dezember 2010

Weit wie das Meer


Lagerfeuer am Trabun

Wasser, Wasser, überall Wasser. Die Tage nach meinem letzten Post waren von Wasser gekennzeichnet. Am Donnerstagnachmittag hat es angefangen zu regnen, den ganzen Freitag hat es durchgeregnet und die Nacht auch noch. Etwas, das die Leute hier zurzeit einfach nicht gewohnt sind:D Viel Zeit, um den Tag einfach nur zu genießen und im Bett zu verbringen. Meine Mutter ist nach Buenos Aires gefahren und während wir noch gewartet haben, dass der Regen nachlässt wurden auf einmal alle ganz hysterisch bei mir Zuhause. Ich hab nicht verstanden, worum es ging, denn alle haben geweint, telefoniert und durcheinander geschrien. Bis ich gesehen habe, was los war: Das Haus von unseren Nachbarn stand in Flammen, der Sohn war noch drin und die Feuerwehr kam einfach nicht. Alle Nachbarn haben geholfen, das Feuer einzudämmen und als die Feuerwehr schließlich kam, war nur noch Rauch zu sehen. Es hatte trotzdem genug Zeit einmal komplett durch das kleine Haus zu brennen, denn es kam aus beiden Seiten aus den Fenstern heraus. Der Junge kam zum Glück raus und hatte am Ende „nur“ kleine Verbrennungen im Gesicht und an der Hand. Ein Glück, dass es in dieser Zeit so viel geregnet hat und nicht trocken war.
Zwischen Argentinien und Chile
Die Aufregung legte sich danach schnell wieder und meine Schwester und ich sind runter in die Stadt zu dem Laden von meinem Papa um den zu schmücken. Was wäre ein Fahrradshop ohne kitschige
Weihnachtsgirlanden?! :D Anschließend hatte ich noch ein leckeres Asado bei meinem Rotarymeeting;-)
Am nächsten Tag stand ausnahmsweise mal nicht einfach nur chillen auf dem Plan, sondern Unterricht. Knapp zwei Stunden habe ich konzentriert Spanisch gelernt. Erst haben wir Grammatik gemacht, danach musste ich einen Text schreiben, ihn vorlesen und wir haben ihn zusammen berichtigt. Anschließend musste ich noch etwas lesen und das in eigenen Worten wiedergeben. Es war irgendetwas über die Agrarwirtschaft der Ureinwohner Ushuaias:D Und natürlich haben wir ganz viel geredet.
Am Abend bin ich mit meinem Papa zu dem jährlichen Fest „Trabun“ gegangen. Das Fest des Tangos und der Gauchos. Es war schön, aber auch sehr kalt. Meine Schwester hat Tango getanzt, aber ansonsten hat es mich ein bisschen an Weihnachtsmarkt erinnert. Es war kalt, es gab Lagerfeuer, Buden, an denen Essen verkauft wurde, Glühwein und gebrannte Erdnüsse:D Als Lu mit dem Tanzen fertig war, sind wir aber schnell ins
warme Heim geflüchtet.
Sophie und ich im Kofferraum=)
Ich habe mich auch direkt ins Bett gelegt, denn am nächsten Morgen musste ich früh raus. Sophie und ich sind nämlich mit Rotary an die chilenische Grenze gefahren, wo wir uns mit dem chilenischen Rotary Club getroffen und ein Schild (Rotary 1965-2010) eingeweiht haben. Danach gab es noch ein Asado, aber da wir keine Lust hatten nur mit den Erwachsenen zu essen, sind Sophie und ich mit Pablo bis Hua Hum zurückgefahren, wo Sophies Gasteltern waren. Da bei Pablo aber eigentlich kein Platz mehr war, durften wir im Kofferraum sitzen und uns den Wind um die Nase wehen lassen:D Als wir in Hua Hum angekommen waren, waren Sophies Eltern noch nicht da. Also haben wir bei einer befreundeten Familie gewartet, wo es selbstgemachte Empanadas gab. Ausnahmsweise wurde ich mal nicht nach meinen Kontaktdaten gefragt, stattdessen wollten sie wissen, auf welcher Seite der Mauer ich denn in Deutschland leben würde. Später wurden verschiedene Aktivitäten angeboten, wovon wir allerdings nicht wussten. Als wir später davon erfuhren waren die guten Dinge, wie zum Beispiel Rafting, schon voll und wir hatten nur noch die
Rafting
Wahl zwischen Mountainbiking und Kanu. Okay, ihr guckt aus dem Fenster, seht den düsteren Himmel und wisst, dass es da draußen eiskalt ist. Wofür würdet ihr euch entscheiden? Für den warmen Kamin!:D Nein, letztendlich sind wir Fahrrad gefahren, was auch ganz cool war. Außerdem war es so anstrengend, dass man den kalten Wind nicht mehr gespürt hat. Wir sind quer durch den Wald und am Fluss entlang. Die Wege waren teilweise von dem Regen so aufgeweicht, dass es kleine Seen gab, die es zu überwinden galt. Einmal ist mir das nicht so gelungen und ich bin stattdessen mittendrin gelandet. Während alle besorgt die Luft anhielten, saß ich da nur im Schlamm und hatte einen Lachanfall:D Wieder zurück in der Hosteria, wo Sophie’s Eltern auf uns warteten, habe ich versucht mich ein bisschen sauber zu machen- ist mir nicht gelungen. Zurück nach San Martín ging es nicht mit dem Auto, sondern mit dem Segelboot. Drei Stunden durch die eisige Luft. Schrecklich! :D Da Sophie’s Eltern meinten, dass es sonst schöner wäre, haben sie mich nochmal für ein Wochenende eingeladen, an dem das Wetter besser ist=)
Die nächsten Tage waren entweder ruhiger oder ich kann mich einfach nicht mehr dran erinnern, was ich
gemacht habexD Wahrscheinlich war das die Zeit, die ich bei und mit Karina verbracht habe=)
Hua Hum =)
Am Mittwochnachmittag habe ich mich erneut zum Spanischunterricht aufgemacht. Als ich dort aber, zwanzig Minuten zu früh, angekommen war, war nur der Sohn meiner Lehrerin Zuhause. Er wusste auch gar nicht über mich Bescheid und meine Lehrerin konnte ich nicht erreichen. Ich bin dann zurück zum Bus gelaufen, habe dort auf sie gewartet und sie um fünf nochmal angerufen. Diesmal erreichte ich sie und bekam zu hören, dass sie mich vergessen hatte=( Eigentlich war ich froh darüber. Ich war zwar umsonst gekommen und musste den ganzen Weg wieder zurück, aber mir ging es nicht so gut. Als ich wieder Zuhause war, habe ich mich mit brummendem Kopf ins Bett gelegt und geschlafen. Bis zum nächsten Morgen! 17 Stunden!!! Selbst da ging es noch nicht wirklich besser, doch nach dem Essen bei meiner Oma war ich wie neugeboren:D Und ich war gut ausgeruht für die kommende Nacht.
Segeln
Am Abend hatte wir unsere rotarische Jahresabschlussfeier, zu dem es ausnahmsweise mal kein Asado, sondern ein kleines Büfett gab. Und Geschenke. Ich glaube, es funktioniert so ähnlich wie das deutsche Wichteln. So geht niemand leer aus, aber niemand weiß, von wem sein Geschenk kommt. Für Sophie und mich gab es etwas Kleines: Gebrannte Erdnüsse und Mandeln für jeden von uns:D Zum Schluss wurde noch mit Champagner auf Weihnachten und das kommende Jahr angestoßen, bis um eins schließlich das ersehnte Ende kam. Ersehnt, weil ich noch zu einer Party wollte. Meine Schwester war schon vorgegangen und ich wollte mit dem Taxi nachkommen. Ich wusste nicht, wo es war, aber meine Schwester hat mir die Adresse gegeben: Barrio Cascada Chica 1000. Ich dachte, Chica ist die Straße, also habe ich dem Fahrer „Barrio Cascada“ als Adresse genannt und los ging’s. Aus der Stadt raus, den Berg hoch, bis zu meiner Schule. Dort wollte er die Straße wissen, doch er hat mich nicht verstanden. Am Ende kam raus, dass es „Barrio Cascada Chica“ hieß und wir den ganzen Weg zurück mussten. An das andere
Welpen gucken mit Karina ♥
Ende der Stadt. Ein Glück, dass Taxifahren hier so billig ist:D Aber um halb zwi war ich dann doch an dem Tor angekommen. Es ist eine Nachbarschaft, die nachts abgeschlossen wird, also musste ich auch noch über das Tor klettern:D Immerhin war die Party gut. Mit viel Musik und Tanz. Bis um vier Uhr morgens waren wir in dem Haus von Lu’s Freundin, danach sind wir noch in die Bar. Das war allerdings nicht so der Brüller, so sind wir schließlich um fünf Uhr in der Früh ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag war selbstverständlich erst einmal Ausschlafen angesagt:D Nachmittags war der Geburtstag von Sophie. Es war allerdings nicht so toll. Sie hat die ganze Zeit geskypt und es gab nur Alfajores. Ich war noch zum Abendessen eingeladen, habe ihnen aber schon vorher gesagt, dass ich um halb zehn gehen muss. Das Essen war fertig, als ich gehen musste, aber egal. So habe ich die leckere Pizza und die super Geburtstagstorte verpasst. Diese war wirklich genial. Mit Schokostreuseln hat die Mutter die Flagge Frankreichs und Argentiniens auf die Schokoglasur gemacht. Eine schöne Idee.
Nach dem Geburtstag war ich mit meinem Bruder und meinem Papa bei der Tangovorstellung von meiner Schwester. Das war super. Es war die Jahresabschlussaufführung mit etwa 25 Tanzpaaren und alle haben etwas anderes gemacht. Es gab Choreografien, Theater/ Musical und den klassischen Tango. Echt super=) Aber nach knapp zwei Stunden Tangomusik reichte es dann auch:D
Sophie's Cumple
Dieses Wochenende war ich mit Sophie und ihrer Familie segeln. Fünf Stunden sind wir über den See nach Hua Hum, wo es wieder ein Asado gab- Lamm-.- Wir haben auch dort in dem Boot übernachtet und sind am Morgen weiter nach Pucara, wo wir noch einmal ein Asado hatten. Als die Reise losging, dachte ich nur „nie wieder steige ich freiwillig in ein Segelboot“, doch als ich mir draußen den Wind um die Nase wehen ließ, war es wunderschön. Aber es ist etwas, das man bei schönem Wetter machen sollte und wenn man sich nicht den Hintern abfriert:D
Das waren meine weiteren Ferientage und morgen geht’s…
CAMPEN! Ich hab zwar keine Ahnung, wo es genau hingeht, aber das ist egal. Es wird bestimmt super mit meiner Schwester und ihren Freunden=)

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Einfach nur gut drauf :D

Der 1. Advent am Strand =)
Ein schöner "Wanderweg" =)
Total beflügelt schreibe ich jetzt  meinen Post, der wirklich überfällig ist. Zwei Wochen muss ich nachholen und es ist so viel passiert! Langeweile gab es da nicht wirklich. Habe ich schon erwähnt, dass mein erstes Päckchen auf mich gewartet hat, als ich von meiner großen Reise zurückkam?! Proviant:D Und Lebkuchen! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr man sich über Lebkuchen aus dem Aldi freuen kann, so war es jedenfalls bei mir:D Die wurden dann auch direkt am ersten Advent gegessen. Advent und Vorweihnachtszeit gibt es hier nicht, wie man es von Deutschland kennt. Als ich meiner Schwester vom Advent erzählt habe, hat sie mich nur angeguckt, meinte dann „Weihnachten gibt es Geschenke, ein Feuerwerk und dann ist auch schon alles vorbei“. Deshalb habe ich die Lebkuchen auch mit
 Karina geteilt, die schon ganz scharf darauf war, weil ich ihr schon vorher davon erzählt habe. Wir haben den Tag am Strand verbracht und wir mussten aufpassen, dass uns die leckeren Plätzchen nicht in der Sonne wegschmelzen.
Der Dezember ist hier so anders. In den Läden sieht man zwar unzähligen kitschigen Schmuck, aber sobald man den Laden verlässt, befindet man sich in der heißen Sonne, wo so gar nichts an Weihnachten erinnert. Während in Deutschland alle Schnee schieben, sich mit einer heißen Schokolade und
alle hochmotiviert :D
selbstgebackenen Keksen vor den Kamin setzen, ist hier alles wie vorher. Nur, dass die Tage immer schöner werden und die Ferien begonnen haben. Über drei Monate Sommerferien!!! Könnt ihr euch das vorstellen?! Und die fangen auch noch einen Monat vor Weihnachten, im November!, an und sind für mich schon die zweiten dieses Jahr. Drei Monate ausschlafen, die Sonne genießen und machen, wozu man gerade Lust hat. Genau das, was ich auch in der letzten Woche so oft genossen habe. Im März weiß ich bestimmt nicht mehr, was lernen, arbeiten und früh aufstehen überhaupt bedeutet:D
Ah, eine Sache habe ich noch vergessen. Sommer, welche Zeit eignet sich besser um Asados und Grillfeste zu machen?! Das gab es auch am Geburtstag von meiner Schwester Lu. Am Nachmittag waren erst ihre Freundinnen da, es gab eine fette Torte (bzw. mehrere Torten) und es wurde ein Geburtstagslied gesungen. Am Abend kam dann die ganze Familie zu Besuch, es gab ihr zu Ehren eine riesiges (und leckeres) Asado und noch mehr Torte. (Und da wundert man sich, dass Austauschschüler im Ausland zunehmen:-P) Die Geschenke durften auch nicht fehlen. Sie hat eine riesige zugeklebte Kiste bekommen. Als sie die dann
Der 2.Advent am Strand :D
irgendwann mal geöffnet hatte, waren da… Sägespäne:D Da musste erst mal ganz tief gewühlt werden und zum Vorschein kam… ein Netbook, damit sie auch nächstes Jahr in Holland immer mit ihrer Familie verbunden sein kann. Wie praktisch=)
Als mein Vater letzten Freitag mit meinem Bruder nach Hause kam, hieß es: „Wir fahren nach Villa la Angostura“ und ob ich mitwollte. Na klar wollte ich:D Er hat noch irgendetwas davon geredet, dass mein Bruder da etwas mit Motocross hat und dann war das auch schon geklärt. Ich sollte meine Tasche packen, denn in einer Stunde wollten wir los. Villa la Angostura ist quasi die nächste Stadt und ungefähr zwei Stunden entfernt. Als wir dort
Das Ziel: Quila Quina
ankamen, sind wir eine bisschen durch die (winzige) Stadt gegangen und haben uns danach ein Hotel gesucht. Mein Bruder sollte immer gehen und fragen, welche Angebote es gibt und wie teuer das ist. Bei den ersten beiden hatten wir kein Glück, aber dann kam mein Bruder ganz aufgeregt wieder zum Auto. Dieses Hostel wäre ganz billig und mit DVD, Internet und Frühstück. Es war wirklich nicht schlecht, aber was er nicht erwähnt hat war, dass es nur zwei Zimmer mit jeweils vier Doppelbetten gab, ein Gemeinschaftsbad für Weiblein und ein anderes für Männlein. Das fand ich aber nicht so schlimm, denn es waren nicht viele Leute da und es war auch immer alles sauber. Aber mit sieben
Geschafft, aber glücklich :-)
anderen in einem Raum zu schlafen, Männern und Frauen, und die auch noch all kommen und gehen wie sie wollen. Außerdem musste ich noch oben schlafen und immer die Leiter hochklettern, auf der ein andere Frau ihre ganzen Sachen abgelegt hat:-P Und das Licht war fast die ganz Zeit an, weil nie alle im Bett waren, wie soll man da schlafen?! Ich habe noch nie so schlecht geschlafen, wie in dieser Nacht, aber war ja nur einmal. Am nächsten Morgen ging es zu dem Motocrosskurs von meinem Bruder. Was ich allerdings nicht mitbekommen habe war, dass dieser Kurs den ganzen Tag geht. Ich habe also den ganzen Tag darauf gewartet, dass der Kurs irgendwann einmal zu Ende ist. Ich hab mir die Zeit genutzt um die Nase in ein Buch zu stecken und einen kleinen Spaziergang zu
Mein Cousin schmückt den Weihnachtsbaum :D
machen. Ich habe sogar einen richtig schönen Weg gefunden- keine Berge und auch keine Straße:D (Es gab übrigens wieder ein Asado:-P)
Genau wie am nächsten Tag. Es gab zwar, glaube ich, keinen besonderen Anlass, aber es wurde trotzdem mit der ganzen Familie gegessen. Danach ging es, wie schon am 1.Advent, an den See, diesmal aber mit Tante, Onkel, Cousin, Cousine und Bruder. Ich war sogar schwimmen. Am 2. Advent draußen schwimmen!!! Es war so eisig:D War aber sehr erfrischend und danach konnte ich mich in die Sonne legen und trocknen.
Der heutige Tag war etwas Besonderes, denn ich lag ausnahmsweise mal nicht die ganze Zeit auf der faulen Haut:D Stattdessen bin ich mit der halben Stadt in das 20km entfernte Dorf Quila Quina gelaufen. Heute war nämlich „Mariä Empfängnis“ und deswegen sind alle gepilgert. Nach vier Stunden waren wir, Sophie und ich, endlich angekommen und wurden schon, wie sollte es auch anders sein, von einem leckeren Asado erwartet. Das hatten wir uns aber auch verdient. Genauso wie die Zeit am Wasser und das Sonnenbad:D Als wir wieder Zuhause waren, wurde der Tannenbaum aufgestellt und geschmückt. Der geht mir her aber nur bis zur Hüfte (wenn überhaupt), steht auf einem Höckerchen und ist aus Plastik:D Immerhin recht schön geschmückt. Jetzt sitze ich ein wenig erschöpft, mit eingeschlafenen Beinen und einer Mischung aus leichtem Sonnenbrand und sonnengebräunter Haut und total glücklich vom Telefonat mit meiner Oma hier und lege mich gleich zur Ruh. Ein tolle erste Ferienwoche=)